faust banner

Die Sommerkomödie - Schlau, schlau, die Frau

(nach Molières "Die Schule der Frauen")

Herr Arno hat einen tollen Plan ausgeheckt, um zu verhindern, dass seine zukünftige Ehefrau ihn jemals betrügt. So wurde er vor Jahren der Vormund eines kleinen Mädchens, das er in einem Kloster hat großziehen lassen. Und zwar unter der Bedingung, dass es dort keinerlei Wissen oder irgendwelche Bildung erhält. Herr Arno hat also versucht, das Mädchen in völliger Naivität und Unschuld aufwachsen zu lassen, um dann eine Frau zu heiraten, die gar nicht über das Wissen oder die Schläue verfügt, ihn jemals zu betrügen. Aber natürlich kommt es, wie es kommen muss: Arnos Auserwählte trifft durch Zufall und in aller Unschuld einen jungen Mann und die beiden verlieben sich unsterblich ineinander. Und alles, wirklich alles, was der arme Arno nun versucht, um diese Liebe zu zerstören, geht auf turbulenteste und urkomische Weise total schief - was nicht zuletzt an Arnos vertrottelten Dienern liegt.

Unser armer Held stolpert von einem verrückten Missgeschick ins andere, fängt sich dauernd Prügel ein, und muss halt schließlich doch erkennen: so richtig schlau, ist immer nur die Frau! Die Faust-Festspiele Pegnitz präsentieren mit "Schlau, schlau, die Frau!" eine große, bunte Sommerkomödie voller Witz und Tempo. Mit viel Musik und Schwung. Fröhlich, fränkisch, frech und frisch! Beste Unterhaltung ist da garantiert. Und ein spektakulärer, knallbunter Theatersommerabend!

 

MOLIÈRE

113px Molière Nicolas Mignard 1658

Jean Baptiste Poquelin, wie Molière mit bürgerlichem Namen hieß, wurde am 15. Januar 1622 als Sohn eines königlichen Hoftapezierers in Paris geboren. Er besuchte die renommierte Jesuitenschule Clermont in Paris, studierte dann an der Universität von Orleans und legte dort ein juristisches Examen ab. 1643, nachdem er die junge Schauspielerin Madeleine Béjart kennengelernt hatte, gründete er das Illustre Theatre und nannte sich von nun an Molière. Nach zwei Jahren musste das Theater allerdings Bankrott anmelden, und Molière geriet in den Schuldturm. Er verließ Paris und kam zu der Truppe von Dufrèsne, deren künstlerischer Leiter er wurde und mit der er dreizehn Jahre durch die französische Provinz zog.

1658 kam er mit seinen Komödianten nach Paris und erwarb sich die Protektion des Herzogs von Orleans, des Bruders des Königs. 1662 heiratete er die um 24 Jahre jüngere Armande Béjart - eine Tochter, möglicherweise auch eine Schwester seiner ehemaligen Geliebten Madeleine. Die Ehe wurde nicht glücklich und Molière lebte zeitweise von seiner Frau getrennt. 1665 übernahm der König selbst die Schirmherrschaft über die Truppe. In seinen Pariser Jahren, von 1660 bis 1673, schrieb Molière seine Meisterwerke, in denen er meist auch die zentralen Rollen spielte.

Immer wieder in aufreibende Auseinandersetzungen verwickelt, durch Angriffe und Intrigen bekämpft, überlastet von Arbeit, durch private Kränkungen zermürbt, trieb Molière Raubbau an seinem durch eine langjährige Lungenkrankheit geschwächten Körper. In einer Vorstellung von „Der eingebildete Kranke“ erlitt er am 17. Februar 1673 einen Blutsturz. Er spielte die Vorstellung zu Ende, starb jedoch wenige Stunden später.

Molières großes Thema war der Egoismus der Menschen und ihre erbärmliche Verstrickung in lasterhafte Schwächen. Molières Menschen zappeln in ihrem eigenen Netz, uneinsichtig, unbelehrbar, allen Überzeugungsversuchen unzugänglich. Doch der Dramatiker zeigt den Verstoß gegen die Vernunft, gegen die moralischen und gesellschaftlichen Normen auf komische Weise. Er lacht sozusagen über die eigene Verzweiflung. Beim komischen Zusammenstoß mit der Gesellschaft bleibt immer ein unauflösbarer, tragischer Rest: Für den lächerlichen Helden ebenso wie für die Menschen, die durch seine Schwäche bedroht waren.


Die Schule der Frauen

640px LEcoledesFemmes

Die Schule der Frauen gilt als das erste Meisterwerk Molières und der französischen Hohen Komödie überhaupt. Inhaltlich knüpft es an das ein Jahr zuvor in der Schule der Männer behandelte Thema der „Erziehung“ der Frauen an.  Die Erstaufführung fand am 26. Dezember 1662 in Paris statt. (Quelle: Wikipedia)