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Faust - der Tragödie erster Teil

Mephisto, der Teufel, bietet dem Herrn die Wette an, den Gelehrten Faust von ihm abzuwenden. Gott willigt ein: Solange Faust auf der Erde lebt, solange darf Mephisto versuchen, ihn zu verführen. Faust indes verzweifelt über sein unbefriedigendes Dasein und sehnt den Tod als Erlösung herbei. Bei einem Osterspaziergang nähert Mephisto sich Faust in Gestalt eines Pudels und nimmt Kontakt zu ihm auf.

Faust schlägt Mephisto einen Pakt vor: Mephisto soll sich verpflichten, ihn durch alle Höhen und Tiefen des irdischen Dasein zu führen und erhält dafür im Jenseits seine Seele. Mephistos Dienst soll in dem Augenblick enden, wenn Faust keinen Wunsch mehr hat und keine weitere Veränderung erstrebt - in dem Augenblick, wenn er sagt: „Verweile doch, du bist so schön!“ Mephisto akzeptiert den Pakt.

CSC 2900Nach einem Saufgelage in Auerbachs Keller, das Faust mit Abscheu erfüllt, erblickt Faust ein junges Mädchen - das unschuldige Gretchen. Mit Hilfe von Gretchens Nachbarin Marthe Schwerdtlein versucht Mephisto, Faust mit Gretchen zusammen zu bringen. Doch Gretchens reine Liebe lässt in Faust sein besseres Ich erwachen. Er versucht sich von Mephisto zu lösen, schafft es aber nicht.

Die Verführung Gretchens fordert Opfer: Ein Schlafmittel für die Mutter, das Faust ein nächtliches Beisammensein mit Gretchen ermöglicht, bringt die Mutter um. Außerdem wird Gretchens Bruder Valentin von Faust in einem Zweikampf getötet. Faust und Mephisto fliehen, doch Gretchen, die verlassen zurückbleibt, erwartet von Faust ein Kind. Faust findet die Geliebte, die das gemeinsame Kind in ihrer Verzweiflung umgebracht hat, im Kerker. Vergeblich versucht er, sie vor der Hinrichtung zu retten. Doch sie erkennt in Mephisto den Teufel, überantwortet sich Gott und wird hingerichtet.

60 Jahre lang arbeitete Goethe an seinem bedeutendsten Dramenwerk, dem „Faust“, mit dem ihm eine große dramatische Weltdichtung gelang. Die früheste Niederschrift des Werkes, der sogenannte „Urfaust“, stammt aus den Jahren 1774/75. 1790 ließ Goethe „Faust. Ein Fragment“ erscheinen. 1808 kam der vollständige erste Teil unter dem Titel „Faust. Eine Tragödie“ heraus, der 1829 in Braunschweig uraufgeführt wurde. Der zweite Teil wurde 1831, ein Jahr vor Goethes Tod abgeschlossen. Als Gesamtwerk steht der „Faust“ in seiner Form und in seinem Gehalt in einer Reihe mit den größten Dichtungen der Weltliteratur.