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Christian Dietrich Grabbe

Christian Dietrich Grabbe

Christian Dietrich Grabbe wurde am 11. Dezember 1801 in Detmold als Sohn eines Gefängnisaufsehers geboren. Ein Stipendium der Landesfürstin ermöglichte ihm ab 1820 ein Jura-Studium in Leipzig, das er 1822 in Berlin fortsetzte. Dort lernte er Heinrich Heine kennen und bemühte sich vergeblich, eine Stellung als Regisseur oder Schauspieler am Theater zu bekommen. In Detmold legte er dann sein juristisches Staatsexamen ab.

1829 erfolgte in Detmold mit „Don Juan und Faust“ die einzige Aufführung eines seiner Dramen zu Lebzeiten. Ab 1831 verschlechterte sich aufgrund von Grabbes Alkoholkonsum sein Gesundheitszustand zusehends. 1833 heiratete er Louise Christiane Clostermeier, aber die Ehe war unglücklich. 1834 ging Grabbe nach Düsseldorf und arbeitete mit Karl Immermann an dem von diesem erneuerten Stadttheater. Doch die Zusammenarbeit dauerte wegen Grabbes Depressionen und seiner Alkoholexzesse nicht lange. 1836 kehrte Grabbe nach Detmold zurück und starb dort noch im selben Jahr an Rückenmarksschwindsucht.

Grabbe war, beeinflusst von Shakespeare und der literarischen Strömung des „Sturm und Drang“, neben Georg Büchner der bedeutendste Erneuerer des deutschsprachigen Dramas seiner Zeit. In seinen ambitionierten Dramen, die mit ihren Massenszenen und schnellen Szenenwechseln die damalige Theater- und Bühnentechnik überforderten, löste Grabbe die strenge Form des klassischen Dramas in eine Folge locker verbundener Szenen auf und wurde zusammen mit Büchner zum Wegbereiter des Realismus auf der Bühne. Nach seinem Tod vergessen, wurde Grabbe erst wieder von den Dramatikern des Naturalismus und des Expressionismus wiederentdeckt.