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Faust-Festspiele in Pegnitz gehen in zweite Runde

 

WhatsApp Image 2017 11 23 at 17.46.19Mit drei Stücken gehen die Faust-Festspiele im nächsten Jahr in ihre zweite Saison in Pegnitz. Neben dem Klassiker – Faust I von Goethe – gibt es diesmal den Hamlet von Shakespeare sowie die Komödie "In der Höhle wird gescheuert".

Auch wenn es heuer zum Auftakt nicht so ganz lief wie erwartet, sind Intendant Daniel Leistner und der Geschäftsführer des Festspielvereins, Uwe Vogel, zuversichtlich, dass es besser laufen wird. "Ich halte 6500 Zuschauer für realistisch", sagte Leistner am Donnerstag bei der Präsentation für 2018. Heuer waren es nur gut 3600 gewesen, was letztlich zu einem Defizit geführt hat. "Wir investieren in Pegnitz, weil die Gegebenheiten für Festspiele einfach super sind", so Leistner.

Die Lage von Pegnitz mit der Nähe zu Nürnberg, Bayreuth, der Fränkischen Schweiz und Oberpfalz, aber auch ein Festspielgelände am Schlossberg seien ideal. Und Leistner und Vogel wollen auch 2018 wieder auf Erfolgsbasis arbeiten, heißt, sie würden noch einmal auf ihr Honorar verzichten, um die finanzielle Situation der Stadt nicht über zu strapazieren. Bis zu 20 000 Euro Defizit würde Pegnitz hier übernehmen. "Aber wenn 4500 Besucher kämen, bräuchten wir nicht zu verzichten", sagt Leistner.

Pegnitz ist die einzige Stadt in Deutschland, in der jedes Jahr der Faust gezeigt wird. Das gelte es bekannt zu machen und darum ist das Stück jedes Jahr dabei, so der Intendant. Am Anfang der Festspiele steht die Komödie – "ein Riesenfatzending" – dass die Leute bringt. "Für Leute, die Angst vor großen Schriftstellern haben", erklärt er. Und bewusst gegen den Faust habe er den Hamlet gesetzt. "Damit habe ich mir meinen Wunschzettel erfüllt", so Leistner. Zehn feste Schauspieler sind diesmal dabei und auch Statisten sollen wieder mitmachen. Insgesamt gibt es 15 Sprechrollen.

"Wir wollen die Stadt nicht unnötig belasten", sagt Vogel. Und man wolle anderen Vereinen helfen, indem man sie am Umsatz beteiligt, wenn sie mithelfen. Dass es Kritiker der Festspiele gibt, sei ihnen vorab klar gewesen, aber das hat sich Vogels Ansicht nach gelegt. Was man nächstes Jahr forcieren will, ist, die Bildungsförderung und vermehrt auf die Schulen zugehen, sagt Vogel. Außerdem ist geplant, dass auch das Pegnitzer Brettl zwei Veranstaltungen am Schlossberg anbieten wird.

"Prima Location"

"Der Schlossberg mit Waldbühne und dem Biergarten ist eine prima Location für die Festspiele", ist auch Bürgermeister Uwe Raab überzeugt. Mit dieser besonderen Atmosphäre sei es gelungen, einen qualitativ hervorragenden Kulturgenuss zu schaffen. "Die Faust-Festspiele haben das Image geprägt und in die Region hinausgetragen", so Raab. Zu den Kritikern, dass bei dem Zuschuss für die Festspiele – die Stadt übernimmt die Marketingkosten in Höhe von 6000 Euro – für andere Vereine nichts übrig bleibt, widersprach Raab. Man schaue zwar immer wieder nach Konsolidierungsmöglichkeiten und habe zweimal – erfolglos – Stabilisierungshilfe beantragt, aber die Faust-Festspiele hießen auch für Pegnitz, attraktiv zu sein. Auf leicht verdauliche Art und Weise werde hier ein Stück präsentiert.

von Frauke Engelbrecht, nordbayern.de
Foto: Klaus Trenz